Sozialkompetenz für die KVB-Bahn

Schüler der Realschule Lassallestraße als KVB-Fahrzeugbegleiter

Mülheim (ac). Am besten hat Lucas, 13, die Vollbremsung im Bus gefallen. Aber das war nicht das Einzige, was er und seine Mitschüler aus den siebten Klassen der Realschule Lassallestraße über das richtige Verhalten in Bus und Bahn lernten: "Wenn es eine Schlägerei gibt, sollen wir zur Polizei oder zum Fahrer gehen", weiß Andrej.

Egal, ob Müll, Rauchen in der Bahn, Alkoholfahne oder die Füße auf der Sitzbank: Es gibt genug Erwachsene, die Ärger machen, aber die sind "tabu", ist einer der Grundsätze, die die Jugendlichen als künftige Fahrzeugbegleiter lernen. Wenn sich Gleichaltrige daneben benehmen, dürfen und sollen sie aber ansprechen. Natürlich muss es auch hier höflich zugehen, und die Kinder sollen sich auf keinen Fall selbst in Gefahr bringen. Das nötige "Handwerkszeug" lernten sie bei den KVB-Mitarbeitern Hans Roderburg und Valentina Komischke. Sie sprachen mit ihnen über unangenehme Situationen, das richtige Verhalten und Zivilcourage, aber auch über Praktisches: Alte Leute freuen sich über freie Sitzplätze oder Hilfe beim Ein- und Aussteigen, und die bei Jugendlichen so beliebten hinteren Bänke in Bussen können zur Falle werden. "Die Kinder haben wahnsinnig viel davon. In diesem Training
kriegen sie so viel Sozialkompetenz mit, das können wir in der Schule nicht leisten", stellte auch der begleitende Lehrer Matthias Stern fest: "Der Umgang untereinander wird gesitteter, und auf dem Schulhof sind es die Fahrzeugbegleiter, die helfen wenn sich jemand verletzt hat." Zum Abschluss des Trainings gab es für die Schüler nicht nur ein kräftiges Frühstück und eine Führung über den Merheimer KVB-Betriebshof, sondern sie durften auch ans Steuer einer echten Bahn. Hinter dem Projekt "Schüler als Fahrzeugbegleiter" steht die Erfahrung, dass sich Jugendliche in der Öffentlichkeit lieber von Gleichaltrigen als von Erwachsenen etwas sagen lassen" berichtet KVBProjektleiter Hermann-Josef Doerfner.

Am Projekt beteiligen sich mittlerweile über 20 Kölner Schulen. Voraussetzung für die Schüler ist, wegen des Unterrichtsausfalls, neben guten Noten die Zustimmung der Eltern. Schulen, die sich an dem Projekt beteiligen möchten, können sich unter Telefon 0221/ 5473339 melden.

Letzte Änderung: Dienstag, 03.04.2012 14:15 Uhr

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